- Startseite
- Politik
- Kliniken & Praxen
- Medizin & Forschung
- Pharma & MedTech
- Praxismanagement
- Praxisanalysen
- Management & Personal
- Recht & Steuer
– HAMBURG (BIERMANN) – Als 2007 die ersten Arztbewertungsportale im Internet auftauchten, fanden rund 20 Prozent der Ärzte, dass solche Angebote verboten werden müssten. Inzwischen sind die Portale fest etabliert, doch zwei Dritteln der Ärzte scheint es offenkundig egal zu sein, ob und wie sie bzw. ihre Praxis in diesen Portalen von Patienten bewertet werden. Das hat die Stiftung Gesundheit herausgefunden.
Dies müsse angesichts der zukünftigen Bedeutung von Portalen und der generellen Bedeutung des Internets als Informationsquelle als kritisch gesehen werden, so die Autoren der Studie "Ärzte im Zukunftsmarkt Gesundheit". Denn unter Umständen könnten schlechte Bewertungen, ob qualifiziert oder nicht, öffentlich ins Internet gestellt, dem wirtschaftlichen Erfolg schaden.
Darüber hinaus stehe dieses Desinteresse im Widerspruch zu dem hohen emotionalen Gehalt, die eine zumal negative, öffentlich einsehbare Bewertung haben kann. Und nicht zuletzt seien Ärzte im Rahmen des Qualitätsmanagements gehalten, sich für die Zufriedenheit ihrer Patienten zu interessieren.
Doch auch die Betreiber solcher Bewertungsportale sind möglicherweise in der Schuld: So gab nur etwa jeder zehnte Arzt an, über eine Bewertung benachrichtigt worden zu sein. Knapp 90 Prozent stellten dagegen fest, sie seien noch nicht benachrichtigt worden bzw. wüssten von keiner diesbezüglichen Nachricht. Allerdings sei noch nicht geprüft worden, ob dies an der geringen Zahl tatsächlich in den Portalen bewerteter Ärzte liegt, oder ob nicht alle Betreiber sich an die Vorgaben der Datenschützer halten, heißt es in der Studie der Stiftung weiter.
Entsprechend des geringen Interesses an Bewertungsportalen - mehr als ein Drittel der Befragten sagte, die ganze Thematik interessiert mich nicht" - erwägt auch nur ein Teil der Ärzte eine konsequente Steuerung dieser Internetangebote: Ein knappes Drittel würde zufriedene Patienten auf dieses Angebot aufmerksam machen. Lediglich jeder fünfzigste Arzt würde Freunde und Bekannte um gute Bewertungen bitten, während die überragende Mehrheit der Ärzte (75 Prozent) solche Manipulationen ablehnt.
Quelle: Stiftung Gesundheit: "Ärzte im Zukunftsmarkt Gesundheit"
Noch keine Kommentare vorhanden.