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KÖLN (MedCon) – Ärzten aller Fachgruppen werden immer mehr Werbemöglichkeiten offeriert. In manchen Medien sind bezahlte Werbung und redaktionelle Beiträge mühsam oder gar nicht zu unterscheiden. Der „Gesundheitsmarkt“ bleibt von den Aktivitäten der Marketingbranche nicht mehr verschont. Was folgern Sie daraus?
Typische Werbung hat eine geringe Glaubwürdigkeit. Fallen Sie nicht auf die vielen lockenden Ansprachen herein, die uns Ärzten suggerieren, wir müssten da mitmischen. Gerade für Ärzte ist das Image von Charakterstärke, Zuverlässigkeit und Ehrlichkeit das größte Kapital.
Arbeiten Sie stattdessen mit den Möglichkeiten, die nur Sie haben. So machen Sie sich persönlich und damit Ihre Praxis einzigartig und unverwechselbar. Wenn Sie Kinder haben, dann sollten Sie oder Ihr Ehepartner Funktionen wie den Elternbeirat einer selbstorganisierten Schule auch unter dem Gesichtspunkt der Praxiswerbung sehen. Übernehmen Sie möglichst viele solcher Positionen – je häufiger Ihr Name im Ort genannt wird, desto besser. Kostenlose regionale Marketingmöglichkeiten wie ein Referat im Kindergarten oder in der Schule ergeben sich dann zwangsläufig. Redaktionelle Namensnennungen in der regionalen Tagespresse oder einem Anzeigenblatt können Sie fast nicht kaufen – aber als Elternbeirat werden Sie automatisch mal erwähnt.
Streng regional bezogene Medien haben die höchste Glaubwürdigkeit, das Ganze bleibt aber leicht etwas provinziell. Das macht nichts – viele Leute lieben das. Die Mehrheit Ihrer Patienten wird immer aus der näheren Umgebung kommen, wenn Sie nicht viel Aufwand dafür treiben, überregional als exzellenter Geheimtipp gehandelt zu werden.
Sie können aber zugleich mit der regionalen Präsenz eine überregionale aufbauen. Schreiben Sie regelmäßig Leserbriefe zu Ihren Themen und geben Sie dieselben Texte leicht abgewandelt an verschiedene Empfänger. Selbsthilfegruppen, therapeutische Wohngemeinschaften, Anonyme Alkoholiker und alle Vereine, die sich irgendwie mit Sport, Wellness, Gesundheit beschäftigen können ärztlichen Beistand brauchen. Sorgen Sie dafür, dass diese Vereine eine anständige Internet-Seite bekommen und auch einen Link zu Ihrer Praxis-Homepage schalten. Achten Sie bei diesen Aktivitäten darauf, Ihren persönlichen Bekanntheitsgrad auch medienwirksam zu steigern. In den Volkshochschulen werden traditionell extrem niedrige Honorare gezahlt, sie sind normalerweise fest in der Hand von Nichtärzten und haben nicht mehr die Bedeutung wie früher.
Natürlich ist mit diesen Dingen ein gewisser Zeitaufwand verbunden – Sie sollten diese Möglichkeiten nur nutzen, wenn Sie auch ein bisschen Spaß daran haben. Andernfalls strengt es zu sehr an, oder Sie überzeugen weniger. Die Marktlage für ärztliche Leistung ist derzeit so ungünstig, dass Sie sich nicht darauf versteifen sollten, mit solchen Vorträgen oder Auftritten Geld zu verdienen. Eine andere Sichtweise ist daher gefragt: Es handelt sich nicht nur um Praxiswerbung, sondern auch um präventive Arbeit an der Gesundheit der gesamten Bevölkerung – ein Wert, der kaum in Gold aufzuwiegen ist.
Kontakt zum Autor: info@Machens-online.de
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