Daten sicher löschen

Die Reinigung der Festplatte sollte professionell geschehen. (Foto: ©gnubier/PIXELIO; www.pixelio.de)
Die Reinigung der Festplatte sollte professionell geschehen. (Foto: ©gnubier/PIXELIO; www.pixelio.de)

23.02.2009 – KÖLN (MedCon) BERLIN (MedCon) - Die Festplatte des Praxiscomputers regelmäßig von überflüssigen Dateien zu reinigen, ist für ein erfolgreiches Praxismanagement mindestens genauso wichtig wie das tägliche Aufräumen des Wartezimmers oder des Empfangsbereichs. Also, ab damit in den "Papierkorb".

Allerdings sind die gelöschten Dateien für jeden, der sich einigermaßen mit Computern auskennt, immer noch lesbar - was gerade bei sensiblen Patientendaten kritisch ist. Darauf weist das Portal "BSI für Bürger" des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hin.

Denn vom Sicherheitsaspekt entspreche der Papierkorb des Computers dem Papierkorb unter dem Schreibtisch, so das Bundesamt. Denn beim Leeren des virtuellen Papierkorbs würden lediglich die Verweise auf die Daten im Inhaltsverzeichnis der Festplatte gelöscht und der Bereich zum Überschreiben freigegeben. Dieses Überschreiben finde möglicherweise aber nie statt, gibt das BSI zu bedenken. Die vermeintlich entsorgten Daten befänden sich noch auf der Festplatte, seien für den Nutzer lediglich nicht mehr mit normalen Mitteln erreichbar.

Selbst das vollständige formatieren einer Festplatte oder Datenträgers kann unter Umständen Daten nicht vollständig löschen. Denn bei der Standardformatierung werde lediglich die Dateisystemstruktur neu angelegt, die digitalen Daten blieben jedoch noch auf dem Datenträger. Eine Formatierung sei als sicheres Löschverfahren somit ungeeignet, stellt das BSI klar.

Vielmehr sollten Daten auf intakten Festplatten mit spezieller Software durch Überschreiben vollständig und nicht widerherstellbar gelöscht werden, empfiehlt das Bundesamt. Dabei werden die Daten einmal oder mehrfach mit vorgegebenen Zeichen oder Zufallszahlen überschrieben. Die Datenträger sind nach dem Überschreiben weiterhin nutzbar.

Auf dem Softwaremarkt gibt es sowohl Freeware als auch kommerzielle Produkte, die dies leisten können. Dabei unterscheiden sich die Tools darin, wie oft die gelöschten Daten überschrieben werden. Sehr sichere Verfahren überschreiben Daten bis zu 35-mal, was allerdings auch sehr lange dauert. Für den Privatgebrauch seien jedoch auch Verfahren ausreichend, die die gelöschten Daten lediglich 7fach überschreiben. Beispiele für kostenlose Programme, die Daten sicher löschen, sind "Eraser" und "Secure Eraser".

Wer seinen Computer endgültig entsorgen wolle, sollte die Festplatte am besten physisch zerstören. Das gelte auch für Speichermedien wie CDs oder USB-Sticks, rät das Bundesamt. Auch bei defekten Festplatten, die nicht mehr überschrieben werden können, bleibe nur das physikalische Vernichten als Löschverfahren. "Wenn Sie schon immer mal eine Festplatte von innen sehen wollten, wäre dies genau der richtige Zeitpunkt. Richten Sie am Objekt möglichst maximalen Schaden an", rät das BSI.

Quelle: Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI)
www.bsi-fuer-buerger.de

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