Teil 3: Wie wirtschaftlich ist meine Praxis?

Die Kapitalrentabilität einer Praxis ist das beste Maß für ihre Wirtschaftlichkeit. (Foto: MEV Verlag)
Die Kapitalrentabilität einer Praxis ist das beste Maß für ihre Wirtschaftlichkeit. (Foto: MEV Verlag)

25.05.2009 – DÜSSELDORF (MedCon) Seit Einführung der Honorarreform ist es für Ärzte wichtiger denn je, die Wirtschaftlichkeit ihrer Praxis regelmäßig zu überprüfen. Der dritte und letzte Teil unserer Reihe widmet sich der Liquidität einer Praxis.

Neben Umsatzrendite und der Kostenstruktur bietet die Eigen- beziehungsweise Gesamtkapitalrentabilität der Praxis dem Arzt den wohl tiefsten Einblick in die Wirtschaftlichkeit seines Unternehmens. Die Eigen- oder Gesamtkapitalrentabilität eignet sich insbesondere zum Vergleich mit Arztpraxen der gleichen Fachrichtung, Größe und Leistungsspektrum. Sie dient aber auch als Bewertungsgrundlage für Banken, die ein Engagement planen oder ein bereits bestehendes ausweiten wollen (siehe auch Teil 2 der Serie).

Neben den bereits erläuterten Kennziffern ist vor allem auch die Ermittlung des Liquiditätsstatus von hoher Bedeutung. Mangelnde Liquidität gefährdet die Existenz einer Praxis. Aus diesem Grund ist die Liquidität vorrangig gegenüber der Rentabilität zu betrachten.

Liquidität bedeutet, dass der Arzt in der Lage ist, die ihm obliegenden Zahlungsverpflichtungen jederzeit und fristgerecht zu erfüllen. Löhne und Gehälter, Mietzahlung, Kosten für den Einkauf (z. B. Verbrauchsmaterialien) müssen fortlaufend und ohne Unterbrechung zum jeweiligen Fälligkeitstermin uneingeschränkt gezahlt werden können.

Unterschieden wird zwischen der absoluten Liquidität (Umwandlung von Vermögensteilen in Zahlungsmittel) und der relativen Liquidität (statische und dynamische Liquidität). Die statische Liquidität ist zeitpunktbezogen und kann daher stets nur eine Momentaufnahme der Liquidität darstellen. Sie wird in drei verschiedene Grade unterteilt, wobei die sogenannte Bar-Liquidität die wichtigste darstellt (Formeln für die Berechnung der Liquidität finden Sie hier).

Für die Existenzsicherung einer Arztpraxis ist zudem eine dynamische Liquiditätsbetrachtung notwendig. Diese besteht in der Erstellung eines auf die Zukunft gerichteten Liquiditätsplans. Durch diesen hat der Arzt die Möglichkeit, die Praxis so zu steuern, dass das finanzwirtschaftliche Gleichgewicht zwischen Einnahmen und Ausgaben gesichert wird. Ziel ist es, nicht nur die momentane Liquidität festzustellen, sondern auch die Liquidität für folgende festgelegte Zeitperioden (z. B. Quartale) planerisch zu ermitteln. Dadurch kann der Arzt feststellen, inwieweit die jeweilige Zahlungsfähigkeit künftig gesichert oder gefährdet ist.

Quelle: Henning A. Goebel
optimed Impulse für Medizin-Berufe GmbH
http://www.optimed-duesseldorf.de

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