Den Zeitfressern auf der Spur

Die Senkung der Wiedereinbestellungsrate wirkt sich positiv auf die Arbeitsbelastung in Praxen aus. (Foto: AOK Mediendienst)
Die Senkung der Wiedereinbestellungsrate wirkt sich positiv auf die Arbeitsbelastung in Praxen aus. (Foto: AOK Mediendienst)

13.07.2009 – KÖLN (MedCon) Vielen Ärzten macht eine hohe Arbeitsbelastung zu schaffen, und bei so manchem Arzt vergeht fast kein Tag, an dem die Sprechstundenzeiten nicht überzogen werden. Das belastet allerdings nicht nur den Arzt, sondern auch das medizinische Fachpersonal.

Durch eine straffere Arbeitsorganisation kann man versuchen, das Problem einer zu hohen Arbeitsbelastung in den Griff zu bekommen. Dabei können auch Schwachstellen in den Praxisabläufen aufgespürt und effizientere Arbeitsabläufe gestaltet werden.

Aber manchmal gibt es an der Arbeitsorganisation nur wenig zu bemängeln. Dann sollte eine Überprüfung der Wiedereinbestellungsrate und ggf. deren Reduzierung erfolgen. Denn der durchschnittliche zeitliche Aufwand pro Fall sollte nicht deutlich über dem Fachgruppendurchschnitt liegen.

So senkt eine regelmäßige Überprüfung der Arbeitsorganisation und insbesondere der Wiedereinbestellungsrate (sofern medizinisch vertretbar) die Arbeitsbelastung und schont das Budget.

Natürlich muss in jedem Einzelfall geprüft werden, in wieweit sich dies ohne Beeinträchtigung der medizinischen Versorgung realisieren lässt. Erfahrungsgemäß ist dies jedoch sehr häufig der Fall, ohne dass Patienten verloren gehen.

Genauso wie die Arbeitsabläufe in einer Praxis von Zeit zu Zeit auf den Prüfstand gehören, um zu verhindern, dass sich unbemerkt Fehler und Schwachstellen einschleichen, genauso sollte regelmäßig mithilfe der Praxis-EDV überprüft werden, wie hoch der durchschnittliche Aufwand pro Fall und Quartal ist.

Denn viele Ärzte wissen gar nicht genau, wie viel Zeit sie durchschnittlich im Quartal je Patient verwenden. Dabei kann schon eine nur leicht über dem Durchschnitt liegende Zeitintensität zu einer deutlich größeren Arbeitsbelastung führen.

So liegt beispielsweise der Durchschnittswert für Hausärzte bei ca. 33 Minuten Arztzeit pro Fall (ausgerechnet mithilfe der Zeitprofile aus dem EBM). Liegt der Wert nur zwei Minuten höher, bedeutet dies beispielsweise in einer 800-Scheine-Praxis eine zusätzlich Arbeitsbelastung von rund 6,5 Stunden pro Woche.

Wertvolle Zeit, die für die Praxisplanung oder auch für die Freizeit mit der Familie verloren geht und die zudem aufgrund des engen Budgets nicht angemessen vergütet wird.

Quelle: Frielingsdorf Consult

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