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NEW YORK (Reuters Health) – Eine prophylaktische Behandlung mit einer Salbe auf Petrolatum-Basis reduziert bei Neugeborenen mit extrem niedrigen Geburtsgewichten eine nosokomiale bakterielle Sepsis nicht. Tatsächlich könnte sie das Risiko solcher Infektionen erhöhen, berichten Wissenschaftler in der Maiausgabe von Pediatrics.
Wie der federführende Wissenschaftler Dr. William E. Edwards gegenüber Reuters Health erklärte, „reduziert die Salbe deutlich Hautrisse bei kleinen zu früh geborenen Babys. Wir hatten gehofft, dass das zu einem reduzierten Infektionsrisiko führt. Das ist aber nicht der Fall.“
Edwards, der am Children’s Hospital at Dartmouth in Lebanon, New Hampshire, tätig ist, und Kollegen stellten die Hypothese auf, dass die unreife fragile Haut möglicherweise einen prädisponierenden Faktor für das Entstehen einer Infektion darstellt und dass die Salbe möglicherweise ihre Barrierefunktion gegenüber Bakterien verstärkt.
Um dies zu untersuchen, teilten die Wissenschaftler 1191 Kindern innerhalb von 48 Stunden nach der Geburt randomisiert einer zweimal täglichen generalisierten Salbentherapie für 14 Tage eine oder einer routinemäßigen Hautpflege zu. Alle Kinder wogen zwischen 501 und 1000 Gramm und waren in der 30. Schwangerschaftswoche oder früher geboren worden.
Zwischen den Gruppen wurden keine Unterschiede hinsichtlich des kombinierten Endpunkts Sepsis oder Tod festgestellt. Dieser betraf 33,6 Prozent der prophylaktisch behandelten und 30,3 Prozent der anderen Kinder. Todesfälle betrafen 10,8 Prozent der prophylaktisch behandelten und 12,1 Prozent der anderen Kinder, eine Sepsis 25,8 Prozent bzw. 20,4 Prozent der Kinder.
Die Wissenschaftler stellten jedoch fest, dass die Kinder aus der Prophylaxe-Gruppe vom ersten bis 14. Lebenstag eine bessere Hautverfassung und weniger Hautverletzungen an den Tagen 15 bis 28 aufwiesen.
Nichtsdestoweniger gab es keine Unterschiede zwischen den Gruppe hinsichtlich anderer Komplikationen einer zu frühen Geburt, und die Wissenschaftler betonen, dass die Anwendung der Salbe mit einem „erhöhten Risiko einer nosokomialen bakteriellen Sepsis verbunden sein könnte“.
Daher sollten andere Maßnahmen zur Unterstützung der epidermalen Barrierefunktion erforscht werden, schlussfolgern sie.
Wie Edwards beobachtete, „wirft die Studie mehr Fragen auf, als sie Antworten liefert.“
Quelle: Pediatrics 2004; 113: 1195-1203
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