Wie Stress zu Hautentzündung führen kann

Zu viel Stress kann zu einer innflammatorischen Hautreaktion führen. (Bildquelle: sxc.hu)
Zu viel Stress kann zu einer innflammatorischen Hautreaktion führen. (Bildquelle: sxc.hu)

03.11.2008 – BERLIN (MedCon) Eine deutsche Arbeitsgruppe stellt in der Novemberausgabe des American Journal of Pathology Forschungsergebnisse vor, laut denen Stress über die Aktivierung von Immunzellen in der Haut zu einer inflammatorischen Hautreaktion führt.

Die Haut stellt die erste Abwehr gegenüber Infektionen dar, wobei sie nicht nur als physikalische Barriere dient, sondern auch als Ort der zellulären Immunabwehr von eindringenden Bakterien und Viren. Wenn Immunzellen in der Haut reagieren, kann dies zu inflammatorischen Hauterkrankungen wie Psoriasis oder Atopischer Dermatitis führen.

Stress kann bei Patienten mit entzündlichen Hauterkrankungen bekanntermaßen Krankheitsschübe auslösen. Dieser sogenannte Cross-Talk zwischen Stressempfinden - mit Beteiligung der Gehirns - und der Haut wird über die "Hirn-Haut-Verbindung" moduliert. Auf welche Weise genau Stress Hauterkrankungen verschlimmert, ist jedoch in weiten Teilen noch ungeklärt.

Die Wissenschaftler unter Leitung von Petra Arck, von der Charité Universitätsmedizin Berlin und der McMaster University in Toronto, Kanada, stellten die These auf, dass Stress Hauterkrankungen exazerbiert, indem er die Zahl von Immunzellen in der Haut erhöht.

Zur Überprüfung dieser These setzten sie Mäuse Stress aus und fanden dabei heraus, dass die Stressbelastung tatsächlich zu höheren Zahlen dendritischer Zellen in der Haut der Tiere führte. Bei Blockade zweier Proteine, die zur Anziehung von Immunzellen in die Haut führen (LFA-1 and ICAM-1), blieb dieser stressinduzierte Anstieg dendritischer Immunzellen in der Haut dagegen aus.

Zusammengenommen legen die Daten nahe, dass Stress Immunzellen aktiviert, welche selbst wiederum in der Initiierung und Aufrechterhaltung von Hauterkrankungen eine zentrale Rolle spielen.

Auf Basis dieser Ergebnisse wollten die Wissenschaftler um Arck nun in künftigen Studien versuchen, stressgetriggerten Schüben von Hauterkrankungen vorzubeugen. Dazu müssen gefährdete Patienten erkannt und Immunzellen identifiziert werden, die durch therapeutische Interventionen gezielt angegangen werden können.

Quell: Am J Pathol. 2008; 173 (5): 1379-88.

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