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NEW YORK (Reuters Health) – Nachdem die Autoren eines Berichts in The Lancet, Ausgabe vom 27. August, die Qualität klinischer Studien untersucht haben, die die Wirkungen homöopathischer und allopathischer Medizin evaluiert haben, sind sie zu dem Schluss gekommen, dass es sich bei dem klinischen Nutzen, der homöopathischer Behandlung zugeschrieben wird, um Placeboeffekte handelt.
Dr. Matthias Egger von der Universität Bern und Mitarbeiter durchsuchten 19 elektronische Datenbanken, die den Zeitraum von 1995 bis 2003 abdeckten, um randomisierte, placebokontrollierte Studien zu Homöopathie zu identifizieren. Studien zu Schulmedizin wurden randomisiert aus der ersten Ausgabe des Cochrane Controlled Trials Register im Jahr 2003 ausgewählt und den Homöopathie-Studien nach Erkrankung und Parametern für den Verlauf zugeordnet.
Eingeschlossen wurden 110 Studien zu Homöopathie und Schulmedizin, mit einem Mittelwert von jeweils 65 Teilnehmern.
Die Odds-Ratios für die meisten Studien hätten auf einen nützlichen Effekt der Intervention hingedeutet, berichten die Autoren. Kleinere Studien mit größeren Standardfehlern zeigten mehr nützliche Wirkungen der Behandlung als größere Studien, wie das auch bei Studien mit einer geringeren methodologischen Qualität der Fall war (jene mit unzureichender Randomisierung oder Verblindung, oder Datenanalysen, die nicht auf dem Intention-to-treat-Prinzip basierten).
Die Wissenschaftler untersuchten die größeren Studien separat (Studien mit einem Standardfehler im niedrigsten Quartil) und jene mit einer hohen methodologischen Qualität (mit angemessener Randomisierung, Verblindung und Datenanalyse nach dem Intention-to-treat-Prinzip). Sie führten eine Metaanalyse unter Berücksichtigung zufälliger Effekte (Random-Effects-Metaanalyse) durch, um die Odds-Ratios abzuschätzen, wobei jene unter 1,0 auf einen nützlichen Effekt der Behandlung hindeuteten. Eingeschlossen wurden acht Studien zur Homöopathie und sechs Studien zur Schulmedizin.
Die Restriktionsanalyse ergab Odds-Ratios von 0,88 für Homöopathie und 0,58 für Schulmedizin. Inklusive der größten Studien betrugen die entsprechenden Odds-Ratios 0,96 und 0,67.
Dr. Egger und seine Kollegen schreiben: „Wenn die Analysen auf große Studien hoher Qualität beschränkt wurden, gab es keine überzeugende Evidenz dafür, dass die Homöopathie Placebo überlegen war, wohingegen für die Schulmedizin eine erhebliche Wirkung bestehen blieb.“
In einem diesbezüglichen Kommentar stellt Dr. Jan P. Vandenbroucke vom Leids Universitair Medisch Centrum in den Niederlanden die Frage: „Kann eine ausgeklügelte Anwendung von Statistik in Metaanalysen an sich das Problem lösen, dass randomisierte Studien möglicherweise eine falsche Antwort geliefert haben?“
Er antwortet, indem er feststellt, dass „der ultimative Beweis darin besteht, dass die Wissenschaft Fortschritte dabei macht, die Realität zu verändern: in der allopathischen Medizin durch eine immer wirksamere Vorbeugung, Linderung und Heilung von Krankheiten.“
Auch die Herausgeber des Lancet schalten sich zu diesem Punkt ein, wobei sie anregen, dass „sicherlich die Zeit der selektiven Analysen, tendenziösen Berichte oder weiterer Investitionen in Forschung, um die Homöopathie-versus-Allopathie-Debatte weiterzuführen, vorbei ist“.
„Ärzte sollten jetzt mutig und ehrlich ihren Patienten gegenüber sein, wenn es um den mangelnden Nutzen der Homöopathie geht, sowie sich selbst gegenüber hinsichtlich der Mängel der modernen Medizin, die Bedürfnisse der Patienten in puncto persönliche Versorgung anzusprechen“, fügen sie hinzu.
Quelle: Lancet 2005;366:690-692,726-732.
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