TNF-alpha-Blockade könnte Risiko von Hautläsionen erhöhen

08.04.2005

NEW YORK (Reuters Health) – Die Behandlung einer rheumatoiden Arthritis (RA) mittels Blockade des Tumor-Nekrose-Faktor- (TNF-)alpha ist mit einem Anstieg dermatologischer Erkrankungen assoziiert. Dies berichten Wissenschaftler in den Niederlanden.

Auch wenn bereits über Hauterkrankungen im Zusammenhang mit einer TNF-Inhibitor-Therapie berichtet wurde, hätten sich noch keine Studien direkt mit diesem Thema befasst, erläutern Dr. Marcel Flendrie und Kollegen in ihrem Aufsatz, der in der Aprilausgabe von Arthritis Research and Therapy veröffentlicht wurde.

Die Wissenschaftler vom Universitair Medisch Centrum St. Radboud der Universiteit Nijmegen führten eine prospektive Studie mit 289 RA-Patienten durch, die zwischen 1994 und 2003 eine Behandlung mit Infliximab, Adalimumab, Etanercept oder Lenercept begannen. Diesen Patienten wurden 289 Kontrollpersonen mit RA zugeordnet, die niemals eine Anti-TNF-alpha-Therapie erhalten hatten.

Während eines medianen Follow-up von 2,3 Jahren traten dermatologische Ereignisse bei 72 behandelten Patienten sowie 37 Kontrollpatienten auf (angepasste Odds-Ratio 2,26, p < 0,0005). Solche dermatologischen Ereignisse führten bei 19 Patienten insgesamt 21-mal zur Beendigung der Therapie.

Die 128 unter der Therapie auftretenden Ereignisse umfassten 33 Fälle von Infektionen, die auf die Beeinträchtigung der Abwehrmechanismen durch den Wirkstoff zurückzuführen waren, wie die Autoren vermuten. Die 20 Fälle eines Ekzems könnten möglicherweise im Zusammenhang mit der Rolle der TNF-alpha-Blockade bei der Downregulierung der TH1-Immunantwort stehen, durch die eine Anfälligkeit für atopische Erkrankungen gefördert wird.

Es fanden sich 15 medikamentenbezogene Ausschläge, neun Ulzera sowie fünf maligne Tumoren. Andere Erkrankungen waren benigne Tumoren, Xerosis cutis, Vaskulitis, aktinische Keratose sowie Varizen. Dazu kamen weniger häufig dokumentierte Fälle von Psoriasis, Ödemen, Stauungsdermatitis sowie andere Ereignisse.

„Weitere prospektive Studien sind notwendig, um die Inzidenz und Pathogenese der gefundenen Ereignisse zu untersuchen, da sie ein klinisch bedeutendes Problem von RA-Patienten unter einer TNF-alpha blockierenden Therapie darstellen“, resümiert die Gruppe um Flendrie.

Quelle: Arthritis Res Ther 2005;7:R666-R676.

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