Protein identifiziert, das Haut vor E. coli schützt

30.11.2004

NEW YORK (Reuters Health) – Deutsche Wissenschaftler haben ein Protein mit dem Namen Psoriasin entdeckt, dass eine Schlüsselrolle beim Schutz der Haut vor einer Infektion mit Escherichia coli zu spielen scheint.

Die Haut produziert bekanntlich eine Zahl von chemischen Substanzen mit breitem antimikrobiellem Spektrum. Noch immer ist jedoch unklar, warum verschiedene Organismen auf der Haut überleben können, während E. coli schnell abgetötet wird.

Diese Beobachtung führte Dr. Jens-Michael Schröder von der Universität Kiel und Kollegen zur Hypothese, dass die Haut eine chemische Substanz produzieren muss, die bevorzugt E. coli zerstört. In der Ausgabe von Nature Immunology vom 28. November beschreiben die Wissenschaftler die Entdeckung eines Proteins mit dieser Eigenschaft.

In der Studie wurde festgestellt, dass Keratinozyten Psoriasin sezernieren, ein metallisches Eisen bindendes Protein mit einem Molekülgewicht von 11 Kilo-Dalton. Die In-vitro- und In-vivo-Untersuchungen ergaben eine starke E. coli abtötende Aktivität dieser chemischen Substanz. Außerdem ermöglichte die Behandlung mit Anti-Psoriasin-Antikörpern den Mikroorganismen, in vivo zu gedeihen.

Die Psoriasin-Sekretion wurde durch die Anwesenheit von E. coli ausgelöst, betonen die Wissenschaftler. Ergänzend induzierten bestimmte proinflammatorische Zytokine, wie Interleukin-1beta und Tumornekrosefaktor, die Sekretion.

In die gegen E.coli wirkenden Mechanismen des Psoriasin scheint die Sequestration von Zink eingebunden zu sein. Waren exzessive Zinkmengen vorhanden, wurde die antimikrobielle Wirkung vermindert.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass es sich bei Psoriasin wahrscheinlich um den Schlüsselfaktor der lokalen angeborenen Abwehr der gesunden Haut zur Bekämpfung des Darmbakteriums E. coli handelt“, schlussfolgern die Autoren.

Quelle: Nature Immunology 2004

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