Behandlungsrichtlinien der psoriatischen Arthritis

Prof. Christopher Ritchlin. (Bildquelle: The Consortium of Rheumatology Researchers of North America, Inc.)
Prof. Christopher Ritchlin. (Bildquelle: The Consortium of Rheumatology Researchers of North America, Inc.)

05.11.2008 – ROCHESTER (MedCon) – In der Praxis werden die Behandlungsmöglichkeiten der psoriatischen Arthritis nicht genügend ausgeschöpft. Deshalb schlossen sich Rheumatologen, Dermatologen und Patientenvertreter zusammen, um erstmals internationale Leitlinien für die Behandlung der psoriatischen Arthritis zu veröffentlichen.

Die Leitlinien der Group for Research and Assessment of Psoriasis and Psoriatic Arthritis (GRAPPA) wurden auf dem jährlich stattfindenden Treffen des American College of Rheumatology präsentiert. Der leitende Wissenschaftler der Gruppe, Prof. Christopher Ritchlin, Professor für Medizin am University of Rochester Medical Center, behandelt rund 250 Patienten mit dieser Erkrankung. "In den letzten Jahren wurden neue Medikamente verfügbar, die erstaunlich wirksam sind gegen die verschiedenen Symptome der psoriatischen Arthritis", sagte Ritchlin. "Viele Patienten stellen eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität schon nach wenigen Wochen fest. Diese Leitlinien sollen sicher stellen, dass die Ärzte weltweit darüber aufgeklärt sind, welche Möglichkeiten für ihre Patienten bestehen und sollen ihnen helfen, die richtigen Behandlungsentscheidungen zu treffen."

Nach Beobachtung behandelnder Ärzte sind Patienten mit Psoriasis anfälliger für verschiedene Erkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck und Herzinfarkte als andere Menschen.
"Die aufgezeigten Symptome der psoriatischen Arthrtitis variieren sehr stark von Patient zu Patient", so Ritchlin. "Es ist - was die Behandlung anbelangt - eine sehr herausfordernde Krankheit, da so viele Körperpartien betroffen sein können. Die Haut kann entzündet sein, ein bestimmtes Gelenk oder eine Sehne können starke Schmerzen verursachen, der Patient kann Rückenschmerzen haben oder ein einzelner Finger oder Zeh kann angeschwollen sein."
Eine große Bandbreite an Behandlungsmöglichkeiten steht für diese Patienten zur Verfügung, wie nicht-steroide anti-inflammatorische Medikamente (z.B. Ibuprofen) und Steroide, die in die Gelenke oder Sehnen injiziert werden.

Weitere anti-inflammatorische Medikamente wie Methotrexat, dass als krankheitsmodifizierend gilt, werden häufig verwendet, sind aberhäufig nicht wirksam bei einer psoriatischen Arthritis, so Ritchlin.

Die Gruppe empfiehlt den Patienten, einen Spezialisten aufzusuchen, sobald das Krankheitsbild psoriatische Arthritis vermutet wird - sei es einen Dermatologen oder einen Rheumatologen. Bislang würden nur wenige Patienten mit einer psoriatischen Arthritis einen Rheumatologen aufsuchen und diese Erkrankung bliebe demnach häufig unentdeckt, sagte Ritchlin.
Auch sollten neuere Medikamente, die den TNF (Tumornekrosefaktor) inhibieren, für die Behandlung in Betracht gezogen werden. "Die meisten Menschen sprechen sehr schnell und drastisch auf diese Medikamente an", fügte Ritchlin hinzu. Laut aktuellen Schätzungen werden weniger als 20 Prozent der Patienten mit psoriatischer Arthritis mit Anti-TNF-Medikamenten behandelt.

Quelle: University of Rochester Medical Center.

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