Dermoskopie beim Melanom-Screening nützlich

17.06.2004 (1) NEW YORK (Reuters Health) – Die Dermoskopie verbessert bei der Untersuchung von verdächtigen Hautläsionen die diagnostische Differenzierung zwischen Melanomen und benignen Läsionen und reduziert außerdem die Zahl verdächtiger Läsionen, die zur diagnostischen Verifizierung entfernt werden müssen. Soweit ein Bericht in der Maiausgabe des Journals of the American Academy of Dermatology.

Zur dermoskopischen Beurteilung wird Öl eingesetzt, um die Transparenz des Stratum corneum bei pigmentierten Hautläsionen zu erhöhen. Dann wird ein besonderes optisches System eingesetzt.

„Bis jetzt wurden Studien an einer Reihe von Läsionen durchgeführt, die bereits herausgeschnitten waren oder bei denen eine Entfernung geplant war“, sagte Dr. Paolo Carli von der University of Florence, Italien, gegenüber Reuters Health. „Sie beschäftigten sich daher eher mit der diagnostischen Simulation anstelle der in vivo Diagnose. (Unsere Studie) ist besonders hinsichtlich der Entscheidungen für ein bestimmtes Läsionsmanagement relevant.“

Dr. Carli und Kollegen untersuchten den Einfluss der Dermoskopie auf das Läsionsmanagement während einer Routine-Untersuchung von 913 Probanden, die aufgrund einer pigmentierten Läsion eine Klinik aufgesucht hatten.

Mittels Dermoskopie wurde über die Hälfte der pigmentierten Hautläsionen getestet, die sich bei der Untersuchung mit bloßem Auge als verdächtig erwiesen hatten. Nach der Dermoskopie wurden lediglich noch 17,8 Prozent der Läsionen als verdächtig oder fragwürdig eingeschätzt und eine Operation empfohlen, berichten die Autoren.

Bei den Patienten, für die die digitale Dermoskopie für ein Follow-up zur Verfügung stand, war der Anteil, bei dem fragwürdige oder verdächtige Läsionen festgestellt wurden, größer (35,8 Prozent). „Die Möglichkeit, jede dermoskopisch als fragwürdig erkannte Läsion in einem digitalen Follow up zu untersuchen, veranlasste Kliniker wahrscheinlich, die Zahl der Läsionen zu erhöhen, indem sie den Verdachtsschwellenwert erniedrigten“, schreiben die Forscher.

Trotzdem war die Rate der chirurgischen Entfernung bei den Patienten die für die Dermoskopie randomisiert waren (46 Prozent Reduzierung) und bei den Patienten, die der Dermoskopie mit einem digitalen Dermoskopie Follow-up zugeordnet waren (57 Prozent Reduzierung) signifikant reduziert, zeigen die Ergebnisse.

Abgesehen von der Dermoskopie waren die Faktoren, die mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit einer notwendigen chirurgischen Entfernung einhergingen, ein noch junges Alter und das Fehlen von atypischen Nävi, bemerkten die Forscher.

Bei nur zwei Patienten, die beide aus der Gruppe der Dermoskopie mit digitalem Dermoskopie-Follow up stammten, wurden später oberflächlich streuende maligne Melanome diagnostiziert, zeigt der Bericht.

„Der Nutzen der Dermoskopie ist assoziiert mit klinisch relevanten Veränderungen im Läsionsmanagement und mit einer signifikanten Abnahme der Biopsiehäufigkeit zur diagnostischen Verifizierung von verdächtigen Läsionen,“ sagte Dr. Carli.

„Die Möglichkeit, die Läsionen mit Hilfe der digitalen Dermoskopie zu beobachten (anstatt eine klare Entscheidung für oder gegen die Entfernung zu treffen), birgt das Risiko - und das ist nicht unerheblich – ein Melanom nicht zu entfernen“, warnt Dr. Carli. „Die Botschaft lautet deshalb: Das Follow-up von verdächtigen Läsionen ist kein zu empfehlendes Procedere.“

Quelle: Journals of the American Academy of Dermatology 2004; 50: 683-689

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