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(2) LUND (MedCon) – Eine Radiotherapie nach erfolgter Orchiektomie verursacht einen vorübergehenden Anstieg des Spermienanteils mit fragmentierter DNA, während er sich nach erfolgter Chemotherapie reduziert. Das ergab eine Studie, die in Cancer veröffentlicht wurde.
Spermatogenese und Fertilität sind bei Patienten mit testikulären Keimzellkarzinom (testicular germ cell carcinoma, TGCC) beeinträchtigt. Die intrazytoplasmatische Injektion verbessert zwar bei Betroffenen die Aussicht auf eine Vaterschaft, birgt aber möglicherweise auch das Risiko, dass DNA-Defekte auf die Nachkommen übertragen werden. Daher untersuchten Dr. Olof Ståhl et al. den Einfluss von Chemotherapie und Bestrahlung auf die DNA-Integrität. Die Studie schloss 74 Patienten mit TGCC ein. Die Ärzte sammelten die Spermien vor und zu bestimmten Zeitpunkten nach erfolgter Therapie und schätzten die DNA-Integrität der Spermien mit Hilfe des Spermien-Chromatinstruktur-Assays ein. Als Kontrollpersonen dienten 278 Wehrpflichtige. Vor Durchführung der post-operativen Krebstherapie konnten die Mediziner zwischen den Kontrollen und den TGCC-Patientenkeinen deutlichen Unterschied in der Spermienfraktion mit fragmentierter DNA (gemessen anhand des DNA Fragmenationsindex, DFI) feststellen (11 bzw. 13 Prozent). Männer, die mit adjuvanter Radiotherapie behandelt wurden, wiesen vorübergehend (bis zu zwei Jahre lang) einen höheren DFI als nicht behandelte Patienten auf (18 bzw. 13 Prozent). Patienten, die ein bis zwei Zyklen einer adjuvanten Chemotherapie erhielten, hatten sechs Monate nach der Therapie einen signifikant niedrigeren DFI als nach ein bis zwei Jahren (9,1 bzw. 13 Prozent). Eine höhere Chemotherapiedosis resultierte in einem deutlich niedrigeren DFI, verglichen mit dem der Kontrollpersonen (7,3 bzw. 11 Prozent). Dieser blieb während des fünfjährigen Beobachtungszeitraums bestehen. Welchen biologischen Einfluss die Veränderungen der Spermien-DNA haben, bleibe zu klären, so die Forscher.
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