Ein- und zweizeitiges Vorgehen im Vergleich

30.04.2004 (2) EDINBURGH (MedCon) – Das Überleben von Patienten mit kutanem malignen Melanom ist bei einem zweizeitigen Exzisionsvorgehen statistisch signifikant besser als bei einem einzeitigen Verfahren. Zu diesem Ergebnis kommen Dr. D. B. McKenna vom Department of Dermatology der Royal Infirmary of Edinburgh und Kollegen in einer Studie, die in der März-Ausgabe des British Journal of Dermatology veröffentlicht wurde. Hintergrund der Studie sind die Leitlinien, die bei Patienten mit primärem malignen Melanom eine Exzisionsbiopsie der verdächtigen Läsion, gefolgt von einer breiteren Lokalexzision, empfehlen; die Diagnose kann dann bestätigt und die Exzisionsränder geplant werden.

Um retrospektiv die klinisch-pathologischen Eigenschaften, die chirurgischen Exzisionsränder und das Überleben zu vergleichen, untersuchte die Gruppe Patienten der Scottish Melanoma Group-Datenbank, deren Tumor durch eine Exzision alleine (einzeitig) oder durch eine Exzisionsbiopsie gefolgt von einer breiteren Exzision (zweizeitiges Vorgehen) entfernt wurde. 1595 Patienten konnten über einen Zeitraum von 19 Jahren (von 1979 bis 1997) mit einer Nachbeobachtungszeit bis Ende Dezember 1999 identifiziert werden. Die 547 Patienten mit einzeitiger Exzision waren statistisch signifikant älter und wiesen verglichen mit den Patienten der zweizeitigen Gruppe (n=1048) dickere Melanome und einen höheren Anteil an Lentigo maligna Melanomen, Läsionen im Kopf-und Hals-Bereich sowie an ulzerierten Läsionen auf. Die Exzisionsränder waren, verglichen mit der zweizeitigen Gruppe, bei der Gruppe mit einzeitigem Vorgehen signifikant enger. 52 Prozent aller einzeitigen Exzisionen wurden mit einem Rand < 1 cm durchgeführt – bei der anderen Gruppe lag dieser Prozentsatz bei 20. Gegenüber der Gruppe mit einzeitigem Vorgehen war der Exzisionsrand bei der zweizeitigen Gruppe stärker mit der Tumordicke nach Breslow korreliert. Es zeigte sich, dass sowohl das Gesamtüberleben, als auch das krankheitsfreie sowie das rezidivfreie Überleben bei den Patienten mit zweizeitigem Verfahren statistisch signifikant besser waren als als bei der Gruppe, die ein alleinige Exzision erhielt. Auch nach Berücksichtigung der prognostischen Faktoren Alter, Geschlecht, Tumordicke und -ort, Histologie und Ulzeration blieben die drei Überlebensparameter signifikant

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