NSAIDs schützen möglicherweise vor Hautkrebs

14.12.2005

NEW YORK (Reuters Health) – Die regelmäßige langfristige Einnahme nichtsteroidaler Antiphlogistika (NSAIDs) schützt möglicherweise vor der Entwicklung aktinischer Keratosen und von Plattenepithelkarzinomen (SCC) der Haut. Das belegt eine Studie, die im subtropischen Queensland, Australien, durchgeführt wurde.

Koautor Dr. David Whiteman vom Queensland Institute of Medical Research in Brisbane sagte, er sei von den Befunden nicht besonders überrascht gewesen, wobei er anmerkte, dass „frühere Befunde aus Studien an Tieren, molekularen Studien an humanen Hautkarzinomen und Befunde aus Studien anderer humaner Epithelkarzinome alle nahe gelegt hätten, dass Aspirin und NSAIDs möglicherweise negativ mit dem Risiko für ein Plattenepithelkarzinom der Haut assoziiert sind. Daher war unsere Studie darauf zugeschnitten, speziell diese Hypothese zu testen.“

Die Studie, die in der Dezemberausgabe des Journal of the American Academy of Dermatology erschienen ist, umfasste 86 Personen mit Plattenepithelkarzinom und 187 nach Alter und Geschlecht passend ausgewählte Kontrollen, die aus einer populationsbasierten Kohorte ausgewählt wurden.

Die wichtigen Befunde bestanden laut Dr. Whiteman darin, dass die Einnahme von Aspirin oder NSAIDs häufiger als zweimal pro Woche über mehr als fünf Jahre mit einer Reduktion des Risikos für ein Plattenepithelkarzinom der Haut um rund 60% einher ging. Zudem hatten unter den Personen ohne Plattenepithelkarzinom jene, die aktuell regelmäßig NSAIDs einnahmen, signifikant geringere Zahlen aktinischer Keratosen als jene, die keine NSAIDs einnahmen.

Dr. Whiteman betonte, dass diese Ergebnisse von Beobachtungen in anderen Studien bestätigt werden müssten, bevor irgendeine Veränderung der klinischen Praxis angeregt werden kann. „Insbesondere ist eine randomisierte Studie erforderlich, um die Frage definitiv zu beantworten, ob unsere Beobachtung eine echte Schutzwirkung von NSAIDs widerspiegelt oder ob der Effekt auf andere Störfaktoren zurückzuführen ist“, sagte er.

„Vielleicht wird es in der Zukunft Subgruppen in der Bevölkerung geben, die ein sehr hohes Hautkrebsrisiko haben, denen empfohlen wird, NSAIDs einzunehmen, um ihr Hautkrebsrisiko zu senken“, sagte Dr. Whiteman.

Quelle: J Am Acad Dermatol 2005;53:966-972.

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