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KÖLN (MedCon) - Zum vierten Mal fand in Köln das Symposium über Hyperthermiebehandlung statt mit 26 namhaften internationalen Referenten unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. H. Sommer, Ludwigs-Maximilians-Universität München mit freundlicher Unterstützung der Fa. Hot-Oncotherm.
Die Malignität des Melanoms nähme mit seinem vertikalen Durchmesser zu. Die Prognose sei bei Tumoren < 1 mm deutlicher besser als bei einer Tumordicke > 4 mm. Dr. Rotterdam verwies darauf, dass insbesondere bei Fernmetastasierung die Prognose des malignen Melanoms in der Regel infaust sei, die mediane Überlebenszeit betrage ohne Behandlung nur zirka vier bis sechs Monate. Als Goldstandard gälte eine Monochemotherapie mit dem Zytostatikum Dacarbazin (DTIC).
In randomisierten Studien würden übereinstimmend Remissionsraten von 5,3 bis 23 Prozent angegeben. Geringgradig besseres Ansprechen werde durch Polychemotherapien wie BHD-, BOLD- und DVP –Schema erreicht, die Lebensqualität würde jedoch erheblich beeinflusst. Aufgrund der Kombinationschemotherapie sei die Lebensqualität der Patienten starkt eingeschränkt, weshalb man sich fragen müsse, ob das den Patienten gegenüber gerechtfertigt sei.
Modernere Behandlungskonzepte wie die Biochemotherapie sowie der Einsatz von Tumor-Vakzinierungen hätten die Prognose ebenfalls nicht nachhaltig verbessern können.
Bei der Suche nach weiteren Behandlungsoptionen sei man immer wieder auf die Anwendung der Hyperthermie gestoßen, die als Ganzkörper- sowie als lokale Hyperthermie (Oncothermie) angewendet werden könne. Deren Einsatz in Kombination mit einer Chemotherapie könne für die Tumorbehandlung von Vorteil sein.
Verschiedene intra- und extrazelluläre Mechanismen führten zu einem Enhancement der bekannten Therapiemodalitäten. Ein additiver Effekt erfolge, da durch die Überwärmung zytotoxische Prozesse induziert würden, die überwiegend im schlecht durchbluteten, sauren Tumormilieu aufträten.
Ein Sensitizing von Radio- und Chemotherapie hätte nachgewiesen werden können, eine Verbesserung der Radiotherapie um das 2-fache könne erreicht werden. Für eine Kombination der Oncothermie und Radiotherapie werde eine höhere Tumorkontrolle nach zwei Jahren im Vergleich zur einfachen Radiotherapie angegeben (46% vs. 28%). Mit Oncothermie in Kombination mit einer systemischen Chemotherapie (Cisplatin) sei bei 28,1% eine komplette Remission und bei 40,6% eine partielle Remission erreicht worden.
In vitro Studien zeigten verschiedene Wirkmechanismen auf. Neben direkt zytotoxisch wirkenden Mechanismen würden durch die Überwärmung immun-modulierende Effekte erzeugt. Die Tumorarchitektur mit der unzureichenden Blutgefäßversorgung werde in ihrer Integrität gestört. Beispielsweise käme es zur extrazellulären Expression von verschiedenen intrazellulär liegenden Hitze Schock Proteinen (HSP) und verschiedene DNA- Reparatur- Mechanismen würden inhibiert. Die Rolle dieser einzelnen Mechanismen sei bisher wenig erforscht, einzelne Zellen zeigten eine Hitzeresistenz.
Als Ausblick verwies er auf die mögliche Anwendung der Biochemotherapie, kombiniert mit lokoregionärer Hyperthermie. Ein gutes Ansprechen konnte z.B. bei Melphalan und TNF alpha, welches insbesondere bei der Extremitätenperfusionshyperthermie eingesetzt werde, gezeigt werden.
Bleibt darauf zu verweisen, dass auf dem Symposium wieder einmal hervorgehoben wurde, dass Studien und deren Finanzierung fehlten. Prof. Dr. R. Issels, Ludwig-Maximilian-Universität München, Medizinische Klinik und Poliklinik III Großhadern ist amtierender Präsident der ECHO, der europäischen Gesellschaft für Hyperthermie. Er stellt gerade bei der EU einen Förderantrag. Eine bessere Finanzierung der Hyperthermiestudien ist vonnöten, um dieser vielversprechenden komplementärmedizinischen Methode den Stellenwert zu vermitteln, den sie verdient.
Quelle: Dr. S. Rotterdam, Prof. Dr. med. N.H. Brockmeyer, Klinik für Dermatologie und Allergologie der Ruhr-Universität Bochum
ZUR PERSON
Dr. Rotterdam ist Oberarzt an der oben angegebenen Bochumer Klinik, in der die lokoregionale Tiefenhyperthermie (Oncothermie) in Ergänzung zu der Leitlinientherapie der Deutschen Gesellschaft für Dermatologie studienmäßig durchgeführt werde. Die Ganzkörperhyperthermie wird aus verschiedenen Gründen derzeit nicht durchgeführt.
Autorin:
Eva-Maria Koch
Reichsstr. 94
14052 Berlin
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