Sirolimus wirkt bei Empfängern von Nierentransplantaten gegen Kaposi-Sarkome

01.04.2005

NEW YORK (Reuters Health) – Bei Empfängern von Nierentransplantaten bietet Sirolimus eine effektive Immunsuppression und hat den zusätzlichen Vorteil, die Progression von Kaposi-Sarkomen (KS) zu blockieren. Dies berichten italienische Wissenschaftler. Von einer immunsupprimierenden Therapie nimmt man an, dass sie das Risiko für Kaposi-Sarkome erhöht; vorangegangene Berichte haben jedoch darauf hingedeutet, dass Sirolimus sogar Antitumor-Effekte besitzt.

Um diese Möglichkeit zu untersuchen, beurteilten Dr. Giuseppe Grandaliano von der Università di Bari und Kollegen den Verlauf von 15 nierentransplantierten Patienten mit Kaposi-Sarkomen der Haut, die von Cyclosporin auf Sirolimus umgestellt wurden. Biopsieproben zum Zeitpunkt der Diagnose wurden dann mit jenen verglichen, die nach einer sechsmonatigen Sirolimustherapie entnommen wurden.

Die Ergebnisse der Wissenschaftler sind im New England Journal of Medicine vom 31. März erschienen.

Die KS-Läsionen verschwanden bei allen Patienten nach drei Monaten der Sirolimustherapie, berichten die Autoren. Zudem wurde bei allen Patienten nach dem sechsmonatigen Follow-up eine histologische Remission bestätigt. Der Wechsel auf Sirolimus führte keine akuten Abstoßungsreaktion herbei und veränderte die Transplantatfunktion nicht.

In den KS-Zellen fanden sich erhöhte Spiegel der phosphorylierten Akt und der p70S6-Kinase, zweier Enzyme des Signalweges, auf den Sirolimus abzielt, fanden die Wissenschaftler heraus.

Die Fähigkeit von Sirolimus, das Tumorwachstum zu inhibieren und gleichzeitig die Immunsuppression aufrechtzuerhalten, „könnte sich in anderen Situationen, in denen Transplantatempfänger ein hohes Risiko für ein Tumorrezidiv oder einen Primärtumor tragen, als wichtig erweisen“, folgert die Arbeitsgruppe.

Die Studie „stellt einen potenziell wichtigen Beitrag dar, da sie illustriert, wie unerwartete Wirkungen immunsuppressiver Medikamente, wie etwa der Anti-Tumor-Effekt von Sirolimus und die antivirale Aktion von Mycophenolat Mofetil, die Regeln des Katz-und Maus-Spiels zwischen dem Empfänger eines Allotransplantates und den Medikamenten gegen eine Abstoßung verändern können“, kommentieren Dr. Jacques Dantal und Dr. Jean-Paul Soulillou von der Université de Nantes in einem diesbezüglichen Leitartikel.

Quelle: N Engl J Med 2005;352:1317-1323,1371-1373.

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