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KÖLN (MedCon) – „Er ist ja noch so jung, das sind nur harmlose Pigmentflecken!“, mag sich manche Mutter angesichts der Sommersprossen am Körper ihres Sprösslings denken und ihn dann – ohne Sonnencreme – zum Spielen nach draußen schicken.
Ein fataler Irrtum, denn auch Kinder können (schwarzen) Hautkrebs entwickeln – nur unterscheidet sich bei ihnen das klinische Bild eines Melanoms von dem bei Erwachsenen, berichteten kürzlich italienische Experten in der Fachzeitschrift Pediatrics.
„Eltern und Kinderärzte müssen sich bewusst sein, dass Melanome auch schon bei Kindern auftreten“, warnte Dr. Andrea Ferrari vom Istituto Nazionale per lo Studio e la Cura dei Tumori, Mailand. Ein großes Problem dabei: Die Diagnose ist bei Kindern und Jugendlichen schwierig und erfordert viel Erfahrung.
Bei ihrer Untersuchung beurteilten Ferrari und seine Kollegen klinische Befunde, Therapie und Verlauf von 33 kleinen Patienten mit Melanom, um festzustellen, ob sich Hautkrebs bei Kindern klinisch bzw. prognostisch vom Melanom bei Erwachsenen unterscheidet.
Die Hälfte der Drei- bis 14-Jährigen wies klinisch so genannte amelanotische Läsionen auf, berichten die Autoren, und fast drei Viertel davon (häufiger als bei Erwachsenen) waren erhaben, so die Mediziner weiter. Bei 28 Kindern wurde das primäre Mal chirurgisch entfernt, aber nur fünf erhielten eine adjuvante (begleitende) Therapie.
In der rund zehnjährigen Nachbeobachtungsphase genasen 21 Patienten völlig (erste komplette Remission), berichten die Wissenschaftler, mit einem Gesamtüberleben und ereignisfreien Überlebensraten von 65,7 Prozent bzw. 56,2 Prozent.
Allerdings: Zehn von 13 Patienten mit einem Rückfall starben an der Krankheit, zwei befanden sich in zweiter kompletter Remission und einer in dritter kompletter Remission.
Die unter Zehnjährigen wiesen dabei ein deutlich besseres Fünf-Jahres-Überleben auf, selbst wenn bei ihnen die klinischen Symptome schlimmer erschienen, berichten die Wissenschaftler. Bei diesen zehn Kindern hatte nur eines einen Rückfall.
„Betrachtet man unsere Datenreihe als Ganzes“, folgern die Experten, „so wurden keine bedeutenden Unterschiede im Verlauf zwischen dem Melanom im Kindes- und dem im Erwachsenenalter festgestellt.“
Die Mediziner regten weitere Studien zu diesem viel zu wenig beachteten Thema an und appellierten auch an die Eltern, auffällige Hauterscheinungen bei ihren Kindern ernst zu nehmen und sie einem Arzt vorzustellen.
Für das kindliche Melanom wurden zudem Therapieempfehlungen formuliert, die denen ähnlich sind, die schon für erwachsene Hautkrebspatienten gelten. Dazu zählen: Eine frühe Diagnose möglichst durch den Hautarzt bzw. dermatologisch versierten Kinderarzt und intensives Eincremen mit Sunblocker oder Gel mit hohem Lichtschutzfaktor (LSF 30) vor dem Herumtoben auf dem Spielplatz. Denn selbst die Frühlingssonne besitzt schon eine enorme und oft unterschätzte Kraft, die leicht zu Verbrennungen führen kann. Doch einen Sonnenbrand im Kindesalter gilt es mit allen Mitteln zu vermeiden!
Bislang verhallen nämlich die Appelle der Kinderärzte – so wurde jüngst wieder auf der Jahrestagung ihres Berufsverbandes geklagt – meist kaum gehört: Kinderhaut (wie übrigens auch die Augen) sollte von Anfang an gegen Sonnenstrahlen gut geschützt werden.
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