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– ZÜRICH (MedCon) – Eisenmangel scheint einer neuen Studie zufolge bei Frauen keinen Einfluss auf die Entstehung oder die Schwere von Haarausfall zu haben. Mit ihren Ergebnissen wecken Dr. Amadé Bregy und Dr. Ralph M. Trüb von der Universitätsklinik in Zürich Zweifel an gängigen Behandlungsmethoden.
Leere Eisenspeicher werden als mögliche Ursache für Haarausfall bei Frauen angesehen. Die Messung des Eisengehalts im Blutserum gehöre deshalb zu den Routinetests, wenn Frauen beim Arzt über Haarverlust klagten, berichten Bregy und Trüb in der Fachzeitschrift Dermatology. Ebenso üblich sei die Verschreibung von Eisenpräparaten.
Die Wissenschaftler untersuchten 181 Frauen, die entweder an erblich bedingtem Haarausfall oder telogenem Effluvium, das heißt einem vermehrten Haarausfall litten. Anhand von Bluttests bestimmten sie den Ferritinspiegel der Frauen. Ferritin ist ein Protein, das in der Lage ist Eisen zu speichern. Die Ferritinkonzentration im Blutserum ist ein sehr aussagekräftiges Maß für den gesamten Eisenspeicher des Körpers.
Die Stärke des Haarausfalls wurde mit Hilfe eines Trichogramms gemessen. Bei dieser Untersuchungsmethode werden über der Stirn etwa 50 Haare mit einer Klemme ausgerissen. Anschließend werden die Haare mikroskopisch untersucht. Dies gibt Auskunft darüber, wie viele Haare sich in der Wachstumsphase, wie viele in der Übergangsphase und wie viele in der Ruhephase (Telogenhaare) befinden. Haare in der Telogenphase fallen aus - befinden sich zu viele Haare in dieser Phase, spricht man von Haarausfall.
159 Frauen litten an erblich bedingtem Haarausfall; 135 Frauen litten an telogenem Effluvium; 113 Frauen litten an beiden Formen des Haarausfalls.
112 Frauen (61,9 Prozent) hatten eine Ferritinkonzentration von über 30 Mikrogramm pro Liter im Blutserum. Bei 55 Frauen (30,4 Prozent) lag die Konzentration zwischen 10 und 30 Mikrogramm pro Liter und die restlichen 14 Frauen (7,7 Prozent) wiesen weniger als 10 Mikrogramm pro Liter Blutserum auf. Als "normal" definierten die Forscher Ferritinwerte über 10 Mikrogramm pro Liter Blutserum.
Anhand dieser Informationen suchten die Forscher nach einem Zusammenhang zwischen den Ferritinkonzentrationen und der Stärke des Haarausfalls. Doch sie fanden keinen. Zudem stellte sich heraus, dass die Ferritinkonzentration anscheinend nicht beeinflusst, ob jemand Haare verliert oder nicht.
Frauen mit erblich bedingtem Haarausfall hatten ebensolche Ferritinspiegel wie solche mit normalen Ergebnissen bei der Trichogramm-Untersuchung. Bei Frauen mit telogenem Effluvium wurde sogar ein recht hoher Ferritinwert von durchschnittlich 40 Mikrogramm pro Liter festgestellt.
Aus diesen Ergebnissen schlussfolgern die Forscher, dass "die Rolle des Eisenvorrats im Körper beim weiblichen Haarverlust wahrscheinlich bisher überschätzt wird. Wir haben herausgefunden, dass die Mehrzahl der Frauen mit Haarverlust Ferritinkonzentrationen über der Untergrenze der noch als normal angesehenen Werte aufweist."
Quelle: Dermatology 2008; 217:1-6
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