Orale Steroide möglicherweise Auslöser einiger Diabetesfälle

11.12.2006

NEW YORK (Reuters Health) – Die Einnahme oraler Glukokortikoide könnte in manchen Fällen eines neu einsetzenden Diabetes ein fördernder Faktor sein, berichten britische Wissenschaftler in der Dezemberausgabe von Diabetes Care.

Die Studienergebnisse „lassen vermuten, dass der Gebrauch oral verabreichter Glukokortikoide mit bis zu zwei Prozent aller neuen Diabetesfälle in der Primärversorgung assoziiert sein könnte“, erklärte Studienleiter Dr. Martin C. Gulliford gegenüber Reuters Health.

Die Häufigkeit atopischer Erkrankungen nehme zu, ebenso wie die Krankheitslast durch Diabetes, merken Dr. Gulliford und Kollegen von der School of Medicine des Londoner King's College an.

Um zu untersuchen, ob es einen Zusammenhang zwischen der Steroidtherapie bei atopischen Erkrankungen und neu einsetzendem Diabetes gibt, bedienten sich die Wissenschaftler einer Datenbank mit Daten von Hausarztpraxen, um eine Fall-Kontroll-Studie vorzunehmen. Insgesamt wurden 2647 Patienten mit neu diagnostiziertem Diabetes identifiziert und mit 5294 passend ausgewählten Kontrollen verglichen.

Die Forscher stellten fest, dass die adjustierte Odds Ratio für Diabetes im Zusammenhang mit drei oder mehr Verschreibungen oraler Glukokortikoide 1,36 betrug. Solche Patienten schienen rund zwei Prozent der neu auftretenden Diabetesfälle auszumachen.

Allerdings „scheint es eine entweder minimale oder keine Verbindung neuer Diabetesfälle mit der Verschreibung glukokortikoidhaltiger Inhalatoren, topischer Zubereitungen, Augentropfen oder seltener Glukokortikoid-Injektionen wegen Gelenkproblemen zu geben”, schlussfolgerte Dr. Gulliford.

Quelle: Diabetes Care 2006;29:2728-2729.

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