Isotretinointherapie verstärkt depressive Symptome nicht

20.05.2005

NEW YORK (Reuters Health) – Eine Isotretinointherapie zur Behandlung mittel- bis schwergradiger Akne bei Jugendlichen verstärkt die Symptome einer Depression nicht. So lauten Ergebnisse, die in der Maiausgabe der Archives of Dermatology veröffentlicht wurden.

Dr. Elaine Siegfried vom Saint Louis University Health Sciences Center in Missouri und Kollegen schreiben, dass die Zahl der Fälle mit Depression und Selbstmord bei Patienten unter Isotretioninbehandlung „zu großer Besorgnis Anlass gab“. Jedoch ist nicht klar, ob ein kausaler Zusammenhang besteht.

Um das zu untersuchen, führten die Wissenschaftler eine Kohortenstudie durch, um herauszufinden, ob im Vergleich zu konservativer Aknetherapie die Behandlung mit Isotretionin depressive Symptome über einen Zeitraum von drei bis vier Monaten verstärkt. In die Studie aufgenommen wurden 132 Teilnehmer im Alter zwischen 12 und 19 Jahren mit mittel- bis schwergradiger Akne.

Zur Beurteilung der depressiven Symptome verwendeten die Wissenschaftler die Depressions-Skala des Center for Epidemiological Studies (CES-D), einen standardisierten Fragebogen mit 20 Unterpunkten für patienteneigene Angaben. Sie verglichen die mittleren CES-D-Werte zwischen den Behandlungsgruppen sowie die Prävalenz und Inzidenz der Werte, die für eine klinisch signifikante Depression sprachen (CES-D-Wert über 16).

Es nahmen insgesamt 101 Personen bis zum Ende der Studie teil. Die mittleren CES-D-Werte zu Studienbeginn betrugen 8,1 bzw. 9,3 in der Gruppe mit Isotretinoin- bzw. konservativer Behandlung. Sie unterschieden sich statistisch nicht. Auch die CES-D-Werte bei der Nachbeobachtung waren statistisch nicht unterschiedlich: 6,6 für die Gruppe mit Isotretinoin und 8,4 für die mit konservativer Therapie.

Insgesamt wiesen 14,3 Prozent der Isotretinoingruppe und 19,2 Prozent der Gruppe mit konservativer Therapie zu Studienbeginn CES-D-Werte von mindestens 17 auf. Die entsprechenden Raten bei der Nachbeobachtung betrugen 8,2 bzw. 15,4 Prozent. Diese Unterschiede zwischen den Gruppen waren ebenfalls statistisch nicht signifikant.

Die Drei-Monats-Inzidenz von CES-D-Werten, die für das Neuauftreten einer klinisch signifikanten Depression sprachen, war im Vergleich zwischen den Behandlungsgruppen nicht signifikant verschieden.

Statt das Depressionsrisiko zu erhöhen, ging „die Behandlung der Akne mit konservativer Therapie oder Isotretinoin mit einer Verminderung depressiver Symptome einher", lautet das Fazit von Siegfrieds Arbeitsgruppe.

Trotzdem sollten sich Dermatologen dessen bewusst sein, dass ein „signifikanter psychischer Stress bei Patienten selbst mit nur leicht- oder mittelgradiger Akne dokumentiert worden ist“, heben die Wissenschaftler hervor.

Quelle: Arch Dermatol 2005;141:557-560.

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