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(1) NEW YORK (Reuters Health) – Auch wenn die meisten Menschen, die im Kindesalter eine Allergie gegen Insektenstiche hatten, als Erwachsene auf einen Stich nicht mehr allergisch reagieren, bleibt die Allergie doch bei einer von fünf Personen erhalten. Das hat eine Forschungsgruppe von der Johns Hopkins University herausgefunden.
Kinder jedoch, die mit Insektengift immunisiert worden sind, profitieren auch zehn bis 20 Jahre nach Beendigung dieser Behandlung noch von einem geringeren Risiko für schwere Reaktionen auf Insektenstiche, wie die Arbeitsgruppe im New England Journal of Medicine, Ausgabe vom 12. August, berichtet.
Dr. David B. K. Golden und Kollegen diagnostizierten zwischen 1978 und 1985 bei 1033 Kindern eine Allergie gegen Insektenstiche. Für ihre aktuelle Studie nahmen sie zu 512 dieser früheren Patienten Kontakt auf, um deren Reaktionen auf Stiche zwischen 1987 und 1999 zu ermitteln. Diejenigen, bei denen eine Immunisierung durchgeführt worden war, waren im Durchschnitt 3,5 Jahre lang behandelt worden.
111 unbehandelte Patienten und 64 mit Insektengift immunisierte Patienten waren gestochen worden. Die Inzidenz einer systemischen allergischen Reaktion lag bei drei Prozent für die behandelten und bei 17 Prozent für die unbehandelten Patienten (p = 0,007).
Bei sechs Patienten – von denen keiner behandelt worden war – war die Reaktion auf einen jüngst zurückliegenden Insektenstich schwerwiegender: Beobachtet wurden unter anderem Beschwerden in Hals und Brust, leichte Symptome eines Verschlusses der Atemwege, Benommenheit und Schwindel oder eine leichte Hypotonie. Im Gegensatz dazu hatten sie früher nur Hautreaktionen gezeigt. Von den 22 Personen, die nach dem ersten Insektenstich moderate bis schwerewiegende Reaktionen gezeigt hatten, wiesen sechs nach dem jüngsten Ereignis ähnliche Reaktionen auf.
Zwei der behandelten Patienten zeigten eine moderate allergische Reaktion, wobei sie früher mit stark ausgeprägten Symptomen wie beträchtlicher Atemnot, Schwindel Hypotonie und/oder Bewusstlosigkeit reagiert hatten.
Goldens Arbeitsgruppe schlussfolgert daraus, dass die anhaltende Senkung des Risikos nach der Behandlung bedeutet, dass bei Kindern nach drei bis fünf Jahren eine Immunisierung mit Insektengift abgebrochen werden kann.
„Sowohl die Gefahr einer allergischen Reaktion auf Insektenstiche als auch der Nutzen einer Immunisierung mit Insektengift sind am größten bei den 40 Prozent der Kinder mit Insektenstich-Allergie, die früher moderate bis schwere systemische Reaktionen zeigten“, fügen sie hinzu. Bei den übrigen 60 Prozent scheint eine Immunisierung mit Insektengift nicht notwendig zu sein.
„Es ist zu hoffen, das sich Ärzte nun aufgrund dieser harten Fakten von falschen Vorstellungen verabschieden können und eine Immunisierung mit Insektengift bei solchen Kindern unterstützen, die am meisten gefährdet sind“, formuliert Dr. Rebecca S. Gruchalla in einem begleitenden Editorial.
Gruchalla ist als Ärztin am University of Texas Southwestern Medical Center in Dallas tätig.
Quelle: New England Journal of Medicine 2004;351:668-674
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