Suche nach molekularen Markern der Melanomresponse

Nahaufnahme eines Melanoms. (Bildquelle: dpa/Neufried)
Nahaufnahme eines Melanoms. (Bildquelle: dpa/Neufried)

26.11.2008 – WÜRZBURG (MedCon) – Die Chemotherapie spielt in der Therapie vor allem des metastasierten malignen Melanoms nach wie vor eine zentrale Rolle, auch wenn die Erfolgsraten einer Chemotherapie beim Melanom nicht sehr hoch sind. Durchschnittlich wird nur bei jedem dritten Patienten ein Stillstand oder eine Verbesserung der Erkrankung erreicht.

Wissenschaftler der Universität Würzburg um Selma Ugurel und David Schrama beschäftigen sich mit der Frage, inwiefern sich die Chance auf ein Ansprechen auf eine Chemotherapie bei Melanompatienten bereits vor Therapiebeginn abschätzen lässt.

Dazu untersuchten sie in einer klinischen Phase-II-Studie Melanompatienten mit dem sogenannten ?Ex-vivo-Chemosensitivitätsprofiling', bei dem der voraussichtliche Erfolg oder Misserfolg anhand einer Gewebeprobe des Tumors bestimmt wird.

"Es zeigte sich eine gute Übereinstimmung zwischen dem Testergebnis und dem Erkrankungsverlauf des Patienten unter Chemotherapie", berichten die Wissenschaftler. Das Testverfahren sei jedoch aufwendig und wenig genau; somit stelle sich die Frage nach exakteren und leichter handhabbaren Techniken zur Vorhersage des Behandlungserfolgs.

In einem geplanten Forschungsprojekt werden nun Gewebeproben von Melanompatienten molekular charakterisiert, d.h. Proteine quantitativ und qualitativ vermessen und miteinander verglichen.

Ziel ist es, Zusammenhänge zwischen dem ermittelten molekularen Profil und dem beobachteten klinischen Verlauf zu finden. Auf diese Weise sollen molekulare Biomarker für den Erfolg einer Chemotherapie identifiziert werden, die dann in der Folge an weiteren Patientenproben überprüft werden. An Zellkulturmodellen werden diese Moleküle gezielt an- und abgeschaltet, und somit ihre Funktion in der Krebszelle untersucht.

Diese neuen Markermoleküle könnten künftig bei Melanompatienten vor der Auswahl einer Therapie vermessen werden, um anschließend aus den gewonnenen Informationen Rückschlüsse auf den wahrscheinlichen Verlauf des Patienten unter Therapie zu ziehen, erklären die Wissenschaftler. Somit ließe sich die Behandlung individuell auf den Patienten anpassen.

Das Forschungsprojekt wird von der Wilhelm Sander-Stiftung mit mehr als 200.000 Euro unterstützt.

Quelle: Wilhelm Sander-Stiftung & Universitätsklinikum Würzburg.

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